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Graete im Hals

Autor: Nadine | Datum: 28 Mai 2012, 09:56 | 34 Kommentare

Samstag Abend haben wir uns ein richtig typisches Wahaya-Essen gekocht: Kochbananen, Tomaten und Fisch - alles in einen Topf und dann ordentlich kochen lassen. Ich liebe das, hatte Hunger und habe dann auch gleich ordentlich zugeschlagen. Aber schon nach den ersten Bissen hatte ich das Gefuehl, dass da etwas in meinem Hals stecken geblieben ist. Ich hab dann versucht ein etwas groesseres Stueck Brot herunterzuschlucken, aber so richtig sicher, ob die Graete dort weg ist, war ich mir auch nicht. Das Essen war aber auch so lecker. Also habe ich einfach weitergegessen und wenn ich nur so ganz leicht geschluckt habe, war auch eigentlich nichts zu merken. 

Gestern hatte ich aber den ganzen Tag das Gefuehl, dass da etwas in meinem Hals ist, was dort nicht hingehoert. Nach der Kirche war ich mit ein paar Freunden am Strand und hab die dann spaeter gefragt, ob sie nicht mal in meinen Hals gucken wollten. Ja, da ist irgendetwas, bekam ich dann zu hoeren. Das sollte sich vielleicht doch ein Arzt anschauen. Okay, habe ich gedacht, ist vielleicht besser, weil ich es ja alleine nicht entfernen kann mit dem Hausmittel ein grosses Stueck Brot herunterschlucken.

Also sind wir abends, so gegen 19.30 Uhr, zu einer Krankenstation in die Stadt gefahren. Die Leute, mit denen ich unterwegs war, kannten natuerlich den Waerter, der gleich das Tor fuer uns aufgemacht hat und so wurde die Weisse sofort ins Behandlungszimmer dirigiert. Dann kommt der "Arzt" herein. Ich kenne ihn natuerlich. Der Sohn eines Pastors, der ganz in der Naehe von mir wohnt und der in einem anderen Chor in der Stadt singt. Er fragt mich nach den ueblichen Begruessungsformeln: "Una shida gani? (Was hast du fuer ein Problem?)" Als ich ihm dann erzaehle, dass ich glaube, dass ich eine Graete im Hals habe, lacht er mich erst mal aus. Auch die Krankenschwester kann sich das kaum vorstellen. Doch dann wird mit einer Taschenlampe in meinen Mund geleuchtet. Ja, da ist etwas und schwups holt er mit einer Pinzette eine ziemlich dicke Graete heraus, die sich etwas in den Hals gebohrt hatte. Danach war ich vielleicht erleichtert. Ich wusste doch, dass da etwas war.

Ja, somit habe ich dann gestern auch meine erste Bekanntschaft mit einem tansanischen Arzt bzw. einer Krankenstation gemacht. Aber wie ich schon so oft die Erfahrung hier gemacht habe: ich bin in den besten Haenden und es ist schon ein grosser Zufall, wenn ich dort, wo ich hinkomme, mal niemanden kenne. Jetzt habe ich eine Patientennummer. Also, wenn ich noch mal ein Problem haben sollte, dann muss ich mit der Karte kommen. Wollen wir mal nicht hoffe, dass ich die wieder brauche...

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